Freitagsweisheit
09.07.2010, von GünterSchlussendlich wird es dann doch immer nur so gut, wie derjenige, der für Pflege und Aktualität verantwortlich ist, Bock hat.
Schlussendlich wird es dann doch immer nur so gut, wie derjenige, der für Pflege und Aktualität verantwortlich ist, Bock hat.
Ich hab mal wieder Süddeutsche gelesen, diesen bekannte Hort der Hoffnung. Und dort beruhigte mich Steven Pinker indem er meinte:
“Diese Technologien (E-Books, Twitter, Wikipedia und dergleichen) sind weit davon entfernt, uns dumm zu machen, ganz im Gegenteil: einzig durch sie werden wir klug bleiben.”
(Aus: “Digital macht nicht dümmer” von Steven Pinker in der SZ vom 04.07.2010, Auch hier online einzusehen)
Aber ist auch eigentlich egal. Weil das Internet ist sowieso out, sagt Prince dem Daily Mirror und der Spiegel erzählts nochmal. (früher: TAFKAP, noch früher: DOOFKAP, nochnoch früher: Pränz (Ich habe auch ein Symbol!))
Es gibt ja in einem Projekt noch mehr Leute als Konzepter (ja, ist so). Und da sind zum Beispiel die Techniker.
Nach der enormen Beliebtheit der Grafik zum Selbstverständnis der Agenturen kommt hier die nächste tiefschürfende Erkenntnis:
Es gibt zwei Typen Coder!

Der Cowboy-Coder benutzt Frameworks oder gleich direkt PHP (oder CouchDB oder jQuery oder was weiß ich wie die Dinger heissen), kotzt über Typo3, lässt vielleicht noch drupal durchgehen, arbeitet auch zu unorthodoxen Arbeitszeiten ganz normal, findet Templatesbasteln langweilig (weil es so nervig ist, die nachher den neuen Gegebenheiten anzupassen, die man einfach nicht mitbedacht hat/wissen konnte), lernt eine neue Sprache indem er sie ausprobiert, ist tödlich gelangweilt von Projektenden wenns an die Details geht und hat daher eine Abschlussschwäche, installiert gerne mal schnell ein Bugfixing-Tool, hat schon die 17te Idee für ein Wordpress Add-on (angefangen), legt einfach mal los, geht nach getaner Arbeit mal mit auf ein Bier.
Der Farmer-Coder liebt fertige Systeme wie Typo3 (oder noch verstiegeneren Kram), verwendet gerne und häufig den Satz “das muss man halt dann noch anpassen” oder “da gibts bestimmt schon ne Extension” oder beide Sätze zusammen, geht um Punkt 6, wünscht sich mehr Struktur in der Agentur, hält marketingorientierte Grafiker oder Konzepter für Außerirdische, ihm graust jetzt schon vor dem Aufwand wie sein System diese albernen Ideen umsetzen soll, lernt eine neue Sprache indem er einen Kurs macht oder erst mal ein Buch liest, arbeitet am Schluss selbst den kleinsten Task noch perfekt aus, benutzt ein Bugfixing-Tool, findet seinen Wordpress-Blog schon ganz schön freaky und extrovertiert, ist fest davon überzeugt, dass in einem Projekt immer erst mal ein Schritt sauber abgeschlossen sein muss bevor der nächste anfängt, geht nach getaner Arbeit gerne mit auf ein Bier (wenn man ihm 2 Wochen vorher per Outlook eine Einladung geschickt hat).
Seit Jahr und Tag hing bei meinen Eltern im Treppenaufgang so eine Pinnwand, bei der man mit Reißzwecken was hinhängen konnte. Und seit meiner frühesten Kindheit kann ich mich nie daran erinnern, dass da mal irgendwas auch nur halbwegs seltsames dran hing.
Jetzt gab es allerdings einen Relaunch der Pinnwand und aus einem offenen System, wo jeder etwas beitragen konnte, wurde ein geschlossenes System für die hoheitlichen und salbungsvollen Anweisungen der Marketingabteilung Hausverwaltung.
Das interessiert die Community allerdings nicht die Bohne. Die publiziert trotzdem fröhlich weiter. Sogar als Interstitial auf der Startseite (rechts oben) und mittlerweile ist wohl auch dem Hausmeister das CMS-Passwort entfallen. Jetzt postet er halt selber als Interstitial (rechts unten).

Ich weiß nicht genau worin genau die Weisheit des folgenden Videos liegt und was das mit Konzeption zu tun hat aber sie ist da und es hat. Hunderprozentig.
Vielen Dank für die vielen supernetten Anmerkungen und Kommentare zur PDF-Version (dankedankedanke!). Und für die immer wieder geäußerte Frage: Warum ich mir das aufbuckle gibts eine total einfache Antwort:
Link zum Video
Das Problem: Seit Jahren ist man ja gelangweilt von all den Bela Rethys und jetzt auch noch Klinsmännerns die Fußballspiele kommentieren. Erstens sagen die meistens nur was man eh schon sieht und wenn sie Euphorie entwickeln, dann irgendwie immer falsch.
DIE Geschäftsidee schlechthin: Fußballkommentar für Frauen (und solche die es werden wollen). Da gehts dann nicht um den Namen des Vereins, wo der Paraguayanische Stürmer seit 3 Monaten spielt und welchen lustigen südamerikanischen Pokal die gewonnen haben. Sondern da gehts darum, was für ein Sternzeichen der ist, auf was die so bei der Ernährung achten, aus welchem Stoff die Leiberl sind, mit welchem Sternchen der verbandelt oder sogar verheiratet ist, was die Gerüchteküche dazu sagt, ob der Ort wo er spielt vielleicht ein paradiesisches Urlaubsdomizil am Meer ist, ob er Kinder hat und wenn ja, ob er sich drum kümmert. Sozusagen der Gala-Kommentar. Mit cross-selling-Potential, jede Menge Produktnennungen möglich.
Das ist dann so ein bisschen wie früher, als man seine Spiele noch auf dem ORF angekuckt hat, wo Euphorie, Sachkunde und Redeschwall einfach anders angelegt waren.
Und zum Schluss des Spiels stehen wir dann alle vor der Glotze und plärren: Trikottausch, Trikottausch,… (also natürlich nicht!)
Vielleicht liest es irgend jemand der es brauchen kann:
Es ist tatsächlich so, dass während der Zeit in der man Elterngeld beansprucht keine Kohle eingehen darf. Der Betrag wird sonst auf das Elterngeld angerechnet. D.h. Rechnungen davor durchbringen oder erst danach stellen.
Das ist natürlich etwas doof für Selbstständige aber es ist so.
Tja, da könnte man denken, ich rede mal wieder selbstverliebt von mir. Tu ich aber zur Abwechslung nicht!
So viel Zeit muss sein:
Secret Garden Video Series: The Tallest Man on Earth from hoovesontheturf (sarahana) on Vimeo.
Toller Blog nebenbei: Hooves on the turf
Da arbeitet man und arbeitet man, bittet um Abnahme und dann schickt der Kunde eine Mail mit drei Wörtern (”bitte online stellen”) und das wars dann. Um diesen Missstand etwas auszugleichen haben wir jetzt eine kleine Vorlage für Kunden erstellt, die sie dann bitte in Zukunft benutzen. Danke für ihre Unterstützung.
(Man muss ja auch auf seine Mitarbeiter kucken. Vor allen Dingen wenn man selber sein einziger Mitarbeiter ist.)
Lieber Herr Maierl, … ich kann nicht umhin… mir fehlen die Worte. Natürlich war es mir von vorne herein klar, dass Sie ein Genie sind. Dieser Ruf eilt ihnen nicht nur voraus. Das sagt zu wenig. Denn dieser Ruf ist omnipräsent. Sie sind das Internet. Und dieses Konzept von Ihnen, das auf unsere Bedürfnisse passt, wie der zarte Schuh an den Fuß einer wunderschönen Frau, wie die Wellen, die sich leicht mit dem Sand verbinden und ein kilometerlanges Strandparadies schaffen.
Ihre Zeilen, ihre wunderbar klaren und logischen Strukturgedanken und ihre scheinbar plastischen Seitentypen berühren mich wie ein Frühlingsgedicht von Rimbeaud, ein Pinselstrich von Manet oder eine Balletsuite von Tschaikowsky. Sie berühren mein Herz, meinen Kopf und ich möchte sogar so weit gehen… ja, meine Seele.
Meine Hände zittern, Tränen stehen mir in den Augen und meine Kehle bringt kein Wort heraus. Darum bringe ich nur diese wenigen Zeilen zu Bildschirm. Und wenn ich jetzt sage “Die Version 1.0 des Feinkonzepts ist abgenommen.” dann drückt das nicht im Ansatz die tiefe Dankbarkeit aus, die ich empfinde, dass SIE, ja ausgerechnet SIE, dieser Pionier, dieser Frei- und Schöngeist sich herablässt auf mein profanes Niveau und für meine Belange einsteht. Danke, danke, danke!
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(dieser Post ist nur und ausschließlich für Flo)