Archiv für die Kategorie „(Haltlose) Prophezeiungen“

Es sieht aus wie eine Pause…

Mittwoch, 15. Juni 2011

… aber es ist nur ein langes Einatmen.

Pausenmusik

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Ein wenig Pausenmusik bis nächstes Jahr von Chilly Gonzales:

(Link zum Video)

Weitere Musik aus dem Zeit Online Rekorder

Und für Fortgeschrittene:

(Link zum Video)

(Haltlose) Prophezeiungen – Ausgabe #7 mit Steven Pinker

Mittwoch, 7. Juli 2010

Ich hab mal wieder Süddeutsche gelesen, diesen bekannte Hort der Hoffnung. Und dort beruhigte mich Steven Pinker indem er meinte:

“Diese Technologien (E-Books, Twitter, Wikipedia und dergleichen) sind weit davon entfernt, uns dumm zu machen, ganz im Gegenteil: einzig durch sie werden wir klug bleiben.”
(Aus: “Digital macht nicht dümmer” von Steven Pinker in der SZ vom 04.07.2010, Auch hier online einzusehen)

Aber ist auch eigentlich egal. Weil das Internet ist sowieso out, sagt Prince dem Daily Mirror und der Spiegel erzählts nochmal. (früher: TAFKAP, noch früher: DOOFKAP, nochnoch früher: Pränz (Ich habe auch ein Symbol!))

(Haltlose) Prophezeiungen – Ausgabe #6 mit Derrick de Kerckhove

Donnerstag, 26. November 2009

Man kann eigentlich Derrick der Kerckhove nicht nennen, ohne seinen Vorgänger, seinen Lehrer und den Namensgeber für sein Institut zu nennen: Marshall McLuhan. ßber den werden wir bestimmt an dieser Stelle mal noch ganz viele Worte verlieren, weil er jedes davon wert ist und wert sein wird.

Aber heute hilft uns Herr de Kerckhove mal positiv in die Zukunft zu sehen, weil im großen und ganzen werden ja die ganzen Prophezeiungen benutzt, um einem irgend nen Kram anzudrehen oder unterzujubeln. Gesetze, die man nicht will. Bücher, die man nicht will. Verhaltensweisen, die man nicht will… usw..

Herr de Kerckhove hingegen hat Vertrauen in Zukunft (Ganz abgefahrener Ansatz, das mit dem Vertrauen). In einem Interview der Süddeutschen Zeitung vom 21.11. (hab ich offline gelesen, erstaunliche Erfahrung und sooo 89!) äußert er sich zum Thema Informationsüberflutung folgendermaßen:

“Also: Ja, es gibt eine Art der Informationsüberflutung. Auch ich habe eine Menge Blödsinn in meinen Mails, und ich muss viel Zeit darauf verwenden, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Aber erstens: Ich arbeite gerne. Und zweitens: Auch dieses Problem wird sich von selbst regulieren. Im Moment gibt es vielleicht noch nicht die passende Software dafür. Aber sie wird entwickelt werden.

Heisst das jetzt eigentlich, dass Herr Schirrmacher nicht gerne arbeitet?

(Haltlose) Prophezeiungen – Ausgabe #5 mit Frank Schirrmacher

Freitag, 20. November 2009

Das Internet ist doof. Der Computer ist doof. Handies sind doof. Fernsehen macht doof und eigentlich alles, was elektrisch ist und einen Bildschirm hat. Zeitverschwendung, unsinnig, verdummend. Die Technik beherrscht uns schön langsam. Bei IBM haben sie es geschafft, ein Katzenhirn zu simulieren. Demnächst werden die ersten Laptops mit dieser Technologie ausgerüstet. Was die dann können: um Füße rumschlawenzeln, sich an Möbelstücken reiben und Schnurrgeräusche von sich geben, wenn der Akku leer ist.

Da mag man sich dann schon die Frage stellen: Wer hat hier eigentlich noch die Oberhand, der Mensch oder die Maschine?

Frank Schirrmacher (Herausgeber der FAZ) ist sich da sicher: der Computer. Und er ist sich zudem sicher, dass es schon so ist und das belegt er im BILD-Interview mit folgender Aussage:

Das ist schon so. Fast jeder verlässt sich im Auto auf ein Navigationssystem. Deshalb liest man in BILD alle paar Tage, wie jemand in den Fluss gefahren ist.

Wenn also jemand demnächst seinen Hundelaptop am Fluß spazieren führt, bitte auf querschlagende, vom Navigationssystem gelenkte Autos achten, die pittoresk für den BILD-Leserreporter durch die Böschung donnern.

(Haltlose) Prophezeiungen – Ausgabe #4 mit Frank-Walter Steinmeier

Montag, 7. September 2009

Jetzt (kurz vor der Bundestagswahl) ist die Zeit salbungsvoller Worte in alle Richtungen und hohe Güter sind dabei neben der Familie und dem Recht 40 Stunden die Woche einer Arbeit nachzugehen natürlich die Demokratie. Wer “Demokratie” sagt meint eigentlich immer auch ein bisschen “Unsere Demokratie”. Also dieses tolle System in dem wir leben. Und wer diese, “Unsere Demokratie” in Gefahr bringt, der schmeisst eigentlich alles was uns lieb und teuer ist über den Haufen.

Das alles hat er so nicht gesagt, der FWS, aber das glaube ich da zu entdecken wenn er von sich gibt:

“Wer die Medien dem Markt überlässt, schwächt sie in ihrer demokratischen Rolle und macht sie ausschließlich zu Waren und Dienstleistungen.”
(aus:
â??Die Beziehung von Medien und Demokratie ist heute manchmal brüchigâ? bei carta.info)

Dass diese Medien sich auch schon vor dem Internet auf einem Markt behaupten mussten und, entgegen dem verbreiteten Glauben in manchen Redaktionen, nicht schon immer elementarer Bestandteil unserer Kultur waren, sei da mal noch ganz aussen vor. Dass vielleicht auch Redakteure und Verlage sich einfach nur deutlich wortreicher melden und beschweren können gegen die Veränderungsprozesse durch und mit dem Netz als z.B. Buchhändler, sei auch aussen vor. Dass das Internet ein Kommunikationskanal ist, der die Kommunikation nachhaltig verändert und bei dem es so manche Unternehmen (und nicht nur Verlage) einfach noch nicht ihren Weg gefunden haben und deswegen jetzt gesetzlich die Absicherung des Status Quo von 1987 wünschen, meilenweit aussen vor.

Und daher wird es jetzt neben der staatlichen Stütze für Automobilfirmen und Banken jetzt demnächst auch die Sicherung von Medien geben. Also den alten Medien. Den gedruckten. Weil das sind Kulturgüter.

Andere Wege geht dabei eine Initiative um den elektrischen Reporter Mario Sixtus. Sie hat 17 Behauptungen aufgestellt wie Journalismus heute funktioniert. Und damit sind wir doch schon mal wesentlich weiter als mit der Einforderung eines Schutzrechtes, denn wie Punkt 12 sagt: “Tradition ist kein Geschäftsmodell”. Spitze.

(via netzwertig, netzpolitik)

(Haltlose) Prophezeiungen – Ausgabe #3 mit Thomas de Maizière

Dienstag, 11. August 2009

Thomas de Maizière, seines Zeichens Kanzleramtschef und CDU-Mitglied macht es in einem Interview der Rheinischen Post vom 10.08.2009 seiner Parteifreundin Ursula von der Leyen nach und postuliert:

ßhnlich wie auf den Finanzmärkten brauchen wir mittelfristig Verkehrsregeln im Internet. Sonst werden wir dort Scheußlichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen.

1. Meint er damit: Scheußlichkeiten wie auf den Finanzmärkten? Himmelhilf!
2. Aber er sagt: Wir “werden”…  Gottseidank “tun” wir noch nicht.
3. Gibts dann auch eine Verkehrspolizei? Und wenn ja, dann wünsche ich mir so eine:

(Haltlose) Prophezeiungen – Ausgabe #2 mit Ursula von der Leyen

Dienstag, 4. August 2009

Fr. von der Leyen sagt in einem Interview des Hamburger Abendblattes vom 2. August 2009 folgendes voraus:

“Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten. Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann.”

… und zwar ein komplett rechtsfreier Chaosraum. Weil im Internet sind ja auch nur Leute denen nichts mehr Spaß macht als hemmungslos zu mobben, zu beleidigen und zu betrügen.
Anarchie!

(Haltlose) Prophezeiungen – Ausgabe #1 mit Dieter Gorny

Montag, 6. Juli 2009

Sodom und Gomorrha. Wenn ihr alle weiterhin downloadet und euren Freunden eure MP3s weiter schickt, dann ist es zu Ende mit der Kultur! In Deutschland und auf der ganzen Welt! Birnbaum, Hollerstaudn!
So oder so ähnlich liest sich so einiges was an Prophezeiungen zur Zeit auf dem Markt ist. Wir machen uns in unserer neuen Rubrik “(Haltlose) Prophezeiungen” daran, diese einfach mal zu notieren. Und dann können wir jedes Jahr mal drüber fliegen und kucken was an Hölle für uns schon wahr geworden ist. Und ob sie eingetreten oder eben haltlos waren.

Den Anfang machen wir mit jemanden, den man trotz seiner lächerlichen Aussagen nie als lächerlich sehen darf. Denn dem Mann hören Leute zu. Und wahrscheinlich die Falschen: Dieter Gorny, der Cheflobbyist der Musikindustrie sagt in einem Interview von Der Westen – Einem Portal der WAZ-Gruppe:

Ich muss an die Schulen gehen und zeige den jungen Leuten Bibliotheken, zeige ihnen Filme und Musik und sage ihnen dann: Das gibt es in Zukunft alles nicht mehr, wenn die Raubkopiererei nicht aufhört.

Um es nochmal zusammenzufassen: Wenn wir nicht aufhören MP3s an Freunde und Verwandte weiterzugeben wird es in Zukunft keine Bibliotheken, keine Filme und keine Musik mehr geben. Ich weiß jetzt nicht, ob jeden Tag ein bisschen weniger oder irgendwann mit einem großen Donnerschlag aber das werden wir ja dann sehen. In der Zukunft.

Bis dann.

PS: Danke für diesen vortrefflichen Anfang: Stefan Niggemeier und seinem Post “Understanding Dieter” vom 06.07.09