Jetzt (kurz vor der Bundestagswahl) ist die Zeit salbungsvoller Worte in alle Richtungen und hohe Güter sind dabei neben der Familie und dem Recht 40 Stunden die Woche einer Arbeit nachzugehen natürlich die Demokratie. Wer “Demokratie” sagt meint eigentlich immer auch ein bisschen “Unsere Demokratie”. Also dieses tolle System in dem wir leben. Und wer diese, “Unsere Demokratie” in Gefahr bringt, der schmeisst eigentlich alles was uns lieb und teuer ist über den Haufen.
Das alles hat er so nicht gesagt, der FWS, aber das glaube ich da zu entdecken wenn er von sich gibt:
“Wer die Medien dem Markt überlässt, schwächt sie in ihrer demokratischen Rolle und macht sie ausschließlich zu Waren und Dienstleistungen.”
(aus: “Die Beziehung von Medien und Demokratie ist heute manchmal brüchig” bei carta.info)
Dass diese Medien sich auch schon vor dem Internet auf einem Markt behaupten mussten und, entgegen dem verbreiteten Glauben in manchen Redaktionen, nicht schon immer elementarer Bestandteil unserer Kultur waren, sei da mal noch ganz aussen vor. Dass vielleicht auch Redakteure und Verlage sich einfach nur deutlich wortreicher melden und beschweren können gegen die Veränderungsprozesse durch und mit dem Netz als z.B. Buchhändler, sei auch aussen vor. Dass das Internet ein Kommunikationskanal ist, der die Kommunikation nachhaltig verändert und bei dem es so manche Unternehmen (und nicht nur Verlage) einfach noch nicht ihren Weg gefunden haben und deswegen jetzt gesetzlich die Absicherung des Status Quo von 1987 wünschen, meilenweit aussen vor.
Und daher wird es jetzt neben der staatlichen Stütze für Automobilfirmen und Banken jetzt demnächst auch die Sicherung von Medien geben. Also den alten Medien. Den gedruckten. Weil das sind Kulturgüter.
Andere Wege geht dabei eine Initiative um den elektrischen Reporter Mario Sixtus. Sie hat 17 Behauptungen aufgestellt wie Journalismus heute funktioniert. Und damit sind wir doch schon mal wesentlich weiter als mit der Einforderung eines Schutzrechtes, denn wie Punkt 12 sagt: “Tradition ist kein Geschäftsmodell”. Spitze.
(via netzwertig, netzpolitik)